Energiegenossenschaft soll PV-Anlagen auf vier städtischen Dächern installieren

23. Oktober 2025|

Mehr Solarstrom von städtischen Dächern: Die Kooperation der Stadt Wildeshausen mit der Energiegenossenschaft soll ausgeweitet werden.

Wildeshausen – Jahrelang war die Stadt Wildeshausen nicht gerade Vorreiter, was die Fotovoltaikanlagen auf öffentlichen Dächern angeht – so sind aktuell nur auf der Turnhalle der Holbeinschule, einem Teil des Dachs der Wallschule und dem Kindergarten „Weizen-Wichtel“ Module installiert. Nun könnte endlich Tempo in die Sache kommen – durch die Kooperation der Kommune mit der in Gründung befindlichen Energiegenossenschaft Oldenburger Land, Initiator ist die Firma VR Energieprojekte, eine Tochter der Volksbank. In der jüngsten Sitzung des Bauausschusses machten einige Ratspolitiker deutlich, dass es bei dem Thema jetzt schnell vorangehen soll.

An Projekten mangelt es nicht, sind die Dächer des Kindergartens „Sternschnuppe“ und des Ida-Nieberding-Hauses (Volkshochschule) doch schon seit Mai für Solarmodule freigegeben. Nun sollen auch die Turnhalle der Realschule und ein Teil des Hauptschuldachs für regenerative Stromerzeugung genutzt werden. „Gibt es eine Frist zur Umsetzung?“, wollte Oliver Klär (Grüne) wissen. Und Bodo Bode (Pro Wildeshausen) mahnte mehr Verbindlichkeit an. Er forderte Ergebnisse bis zur Sommerpause im kommenden Jahr.

Verhandlungen mit der Firma Scheele

Auf einen konkreten Zeitraum legte sich Peter Bahlmann, der die Genossenschaft bei der Sitzung vertrat, nicht fest. Gleichwohl kündigte er an, dass die Gründung im vierten Quartal abgeschlossen werden soll. Ein Problem dabei: Man wolle mit einem 100-Kilowatt-Projekt starten. Die von der Stadt vorgeschlagenen Dächer sind aber eher im 30-Kilowatt-Bereich. Aktuell verhandeln Bahlmann und seiner Mitstreiter aber zum Beispiel mit der Firma Scheele Erdbau aus Wildeshausen über PV-Anlagen auf einigen Dächern des Betriebs.

Das Besondere bei der Genossenschaft ist, dass sich auch die Bürger beteiligen können und sollen. Genauso wie bei einem Teil des Windparks Glane, der ebenfalls von VR Energieprojekte gebaut wurde. Dort zieht sich das Verfahren allerdings ziemlich in die Länge, obwohl die Windanlagen längst stehen und Strom produzieren. Laut Bahlmann liegt das aber an den Behörden. Die Genehmigung eines Prospekts zur Bürgerbeteiligung ziehe sich hin wie Kaugummi. Er hofft, dass es im vierten Quartal endlich vorangeht.

Ufferfilge: „Ihr braucht euch keine Sorgen machen“

Bauamtsleiter Hans Ufferfilge versuchte in der Sitzung, die Bedenken des Ausschusses zu zerstreuen. „Wir haben hier einen fairen Partner. Ihr braucht euch keine Sorgen machen“, sagte er.

Für Evelyn Goosmann (SPD) ist eine Unterstützung der Stadt keine Frage. Es sei ein wichtiges Zeichen, dass sich die Kommune beteiligen, hofft sie auf eine Signalwirkung für Bürger. „Warum machen wir das nicht selbst?“, hinterfragte hingegen Ulrich Kramer (CDU), dass die Stadt die Umsetzung in fremde Hände gibt.

Strom für städtische Gebäude

„Wir müssen nicht alles selbst machen“, erwiderte Ufferfilge. Ohne den Einsatz eigener Mittel könnten durch die Kooperation Liegenschaften mit Strom versorgt werden, stellte er die Vorteile heraus. Und: Es dauere auch eine Weile, bis sich die Investition rechnen würde.

Der Ausschuss stimmte letztlich geschlossen für den Abschluss eines Gestattungsvertrags und eines Stromliefervertrags mit der Energiegenossenschaft Oldenburger Land zur Verpachtung der Dachfläche der Turnhalle der Realschule sowie für einen Teil der Dachfläche der Hauptschule für die Errichtung und den Betrieb von Fotovoltaikanlagen. Bleibt abzuwarten, wann die Vorhaben umgesetzt werden.